„Das erste Jahr in Ravensburg war extrem anspruchsvoll. Als ich aus Paderborn hierherkam, wurde teilweise immer noch angezweifelt, ob die Fusion der Stadtwerke Ravensburg und Weingarten überhaupt sinnvoll wäre. Dabei hatte ich mein Leben schon umgestellt, ich war hier und meine Familie im Norden. In dieser Unsicherheit zu sein und gleichzeitig für alle zu planen – das war herausfordernd. Wenn ich heute an den Ruhestand denke, schwingt neben Vorfreude auch Wehmut mit. Die Arbeit war immer sehr wichtig für mich, vor allem, weil wir als Führungsteam so viel gestalten konnten. In der heutigen TWS finden sich viele meiner Gestaltungsimpulse, die wir gemeinsam umsetzen konnten, zum Beispiel vernünftige Arbeitsmöglichkeiten und Sozialleistungen. Der gute Gewinn des Unternehmens ist wichtig, aber parallel dürfen die Mitarbeitenden nicht zu kurz kommen. Jetzt freue ich mich darauf, dass ich in Zukunft alle zwei Monate zum TWS-Rentner-Stammtisch gehen kann. Mit 66 noch jeden Tag mein Arbeitspensum durchzuziehen, ist anspruchsvoll. Ich wollte immer bis zu meinem regulären Renteneintrittsalter bleiben und das ist jetzt erreicht, damit fühle ich mich gut.
An Tag eins meines Ruhestands werde ich wie immer am Samstag auf den Markt gehen. Ich koche gerne am Wochenende und der Gang auf den Markt gehört dazu. Sonst habe ich noch keine festen Pläne. Gerade das ist das Schöne: einfach mal treiben lassen und den Tag so gestalten, wie ich möchte. Aber es gibt kein Ziel für ein Handicap beim Golf oder eine Weltreise. Meine Frau und ich haben ein älteres Wohnmobil gekauft und möchten reisen – in angenehm temperierte Regionen, nicht unbedingt weit weg. Mal Städtereisen in Deutschland, ein paar Tage hier und ein paar da. Oft fährt man an Orten einfach nur auf der Autobahn vorbei, dabei gibt es so viel zu sehen. Ich werde mehr im Locherholz unterwegs sein und Sport machen, mehr lesen, mich mit Tagespolitik beschäftigen, mehr Zeit für die Familie haben. Und ich werde bestimmt mehr in meinem Heimwerkerkeller stehen und da werkeln. Früher habe ich sehr gerne fotografiert, Bilder selbst in der Dunkelkammer entwickelt. Vielleicht fange ich das Fotografieren wieder an; es war ein schönes Hobby. Wichtig ist, fit im Kopf zu bleiben. Ich bin dankbar für die Jahre bei der TWS, für viele Menschen, die ich dabei kennengelernt habe, für die Mitarbeitenden. Und ich bin meiner Familie dankbar, dass sie mit mir hierhergezogen ist, dass wir alles neu aufgebaut haben. Ich konnte mich hier austoben und gemeinsam haben wir viel erreicht.“


