Wasserversorgung

Leise Lecksuche mit Sonnenstrom

vom 8. Apr. 2026
Autor: Meike Winter
Fotos: Don Ailinger
© Don Ailinger
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Meist ist es nicht der spektakuläre Rohrbruch, sondern ein kleineres Leitungsleck, durch das wertvolles Trinkwasser versickert. Solche Lecks aufzuspüren, ist Aufgabe von Oliver Hund und seinem Team. Sie sind im gesamten Versorgungsgebiet der TWS mit Spezialgerätschaften unterwegs, um die Ursachen von Wasserverlust im Netzgebiet zu finden.

Im vergangenen Sommer wurde das bisherige Lecksuchefahrzeug durch ein moderneres ausgetauscht. „Wir messen häufig nachts den Wasserzufluss, weil dann der Wasserverbrauch geringer ist als am Tag und wir die Mengen ohne die Entnahmen in den Haushalten möglichst genau erfassen können. Durch das Messen werden kleinste Leckagen an Haupt- und Anschlussleitungen festgestellt. Dazu stehen wir mit unserem Fahrzeug meist in Wohngebieten. Wenn wir dann einen Generator einschalten, um Strom für die Geräte zu haben, sind alle wach“, erzählt Oliver Hund. „Ich habe mir deshalb überlegt, dass wir auf dem neuen Fahrzeug Photovoltaikmodule verbauen lassen könnten. Tagsüber wird so Strom in Batteriespeicher geladen, mit dem wir nachts arbeiten können. Das ist nicht nur ökologisch, sondern auch leise.“ Weil die Wasserleitungen und Schächte häufig entlang von Straßen verlaufen, ist das Spezialmobil auf der Fahrbahn zu finden: „Wir stehen da nicht willkürlich im Weg, sondern prüfen beispielsweise mit einem speziellen Bodenmikrofon, wo ein Leck in der Leitung sein könnte“, erklärt der Experte. Deutschlandweit gehen nach Schätzungen täglich rund 870 Millionen Liter Trinkwasser durch Leitungslecks verloren. Mit dem Lecksuchefahrzeug trägt die TWS im Versorgungsgebiet dazu bei, die Ressource Wasser bestmöglich zu schützen. Dazu leistet auch die automatisierte Rohrnetzüberwachung einen wichtigen Beitrag: Mithilfe von Sensoren im Leitungsnetz und der täglichen Auswertung der Messdaten können Wasserverluste frühzeitig erkannt und auf ein Minimum reduziert werden.  

Oliver Hund präsentiert das neue Lecksuchefahrzeug mit PV-Modul, das nun unabhängiges Arbeiten ermöglicht. © Don Ailinger

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