Energieversorger wie die TWS sind gesetzlich verpflichtet, dynamische Stromtarife anzubieten. Voraussetzung dafür ist eine moderne technische Infrastruktur, vor allem die sogenannten Smart Meter, also intelligente Messsysteme. Hintergrund ist die Energiewende: Immer mehr Strom stammt aus erneuerbaren Quellen wie Wind- und Sonnenenergie. Deren Einspeisung schwankt stark. Scheint die Sonne intensiv oder weht viel Wind, steht zeitweise sehr viel Strom zur Verfügung und die Preise sinken drastisch. Gleichzeitig gibt es Zeiten mit wenig Wind und wenig Sonne, in denen Strom deutlich teurer wird. Die dynamischen Tarife sollen jetzt dabei helfen, den Stromverbrauch stärker an dieses schwankende Angebot anzupassen. Und wer flexibel Strom nutzt, kann Geld sparen und gleichzeitig das Stromnetz entlasten.
Wie funktioniert der Tarif?
Im Gegensatz zu klassischen Stromtarifen orientiert sich bei einem dynamischen Tarif ein Teil des Strompreises direkt an den aktuellen Börsenpreisen. Diese ändern sich viertelstündlich. Kund:innen können ihren Verbrauch dann gezielt in günstige Zeiten verschieben: „Wenn mittags sehr viel Solarstrom im Netz ist, kann der Preis deutlich sinken“, erklärt Jan Zimmer, Produktmanager bei der TWS. „Dann wäre genau der richtige Zeitpunkt, um beispielsweise die Waschmaschine laufen zu lassen oder das E-Auto zu laden.“ Die aktuellen Preise sollen deshalb künftig sowohl auf der TWS-Webseite als auch in der Mein Schussental-App sichtbar sein.
Smart Meter als Voraussetzung
Grundlage für den dynamischen Tarif ist ein intelligentes Messsystem (iMSys), häufig auch Smart Meter genannt. Es misst den Stromverbrauch viertelstündlich und überträgt die Daten digital. Nur so kann der tatsächliche Verbrauch exakt den jeweiligen Börsenpreisen zugeordnet werden. Wer mehr wissen möchte, findet wichtige Informationen zu den Smart Metern online auf der Webseite der TWS.
Für wen lohnt sich ein dynamischer Tarif?
Besonders interessant ist das Modell für Haushalte mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie etwa Wärmepumpen, Wallboxen oder Batteriespeichern. Künftig soll das sogar automatisiert funktionieren. Die TWS arbeitet derzeit an einem Energiemanagementsystem, das Geräte intelligent steuert. Beispielsweise könnte die twsLadebox das E-Auto dann zukünftig automatisch laden, wenn der Strompreis unter einen festgelegten Wert fällt.
Welche Risiken gibt es?
Ganz ohne Risiko ist ein dynamischer Tarif allerdings nicht. Denn die Börsenpreise können nicht nur stark fallen, sondern auch deutlich steigen. Eine Preisobergrenze gibt es nicht. „Wie hoch das Risiko tatsächlich ist, lässt sich pauschal schwer sagen“, betont Jan Zimmer. Entscheidend seien das individuelle Verbrauchsverhalten und die Möglichkeit, Strom flexibel zu nutzen. Ein Beispiel dafür war der 1. Mai: Durch viel Sonne, viel Wind und gleichzeitig geringe Nachfrage am Feiertag entstand ein enormes Stromüberangebot. Die Börsenpreise fielen zeitweise extrem niedrig aus. An anderen Tagen, etwa bei Dunkelflauten, kann der Strom dagegen deutlich teurer werden. Wer tagsüber außer Haus ist und nur wenig flexible Verbraucher hat, profitiert möglicherweise weniger stark von dynamischen Tarifen als Haushalte mit Wärmepumpe, E-Auto oder Speichertechnik.
Transparenz und Flexibilität
Die TWS setzt beim dynamischen Tarif auf maximale Transparenz. Kund:innen erfahren die Börsenpreise jeweils im Voraus und können so ihren Verbrauch besser planen. Der Tarif ist zudem monatlich kündbar. Das Interesse ist bereits da: „Wir haben schon etliche Anfragen“, berichtet Zimmer. Noch befindet sich das Angebot in der finalen Umsetzung, Interessierte können sich aber per E-Mail an markt@tws.de bei der TWS melden.
Das wichtigste auf einen Blick
Was ist ein dynamischer Stromtarif?
Ein Stromtarif, bei dem sich ein Teil des Preises an den aktuellen Börsenstrompreisen orientiert.
Was brauche ich dafür?
Ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), das den Verbrauch viertelstündlich erfasst.
Wann ist Strom günstig?
Vor allem dann, wenn viel erneuerbare Energie im Netz ist, also an sonnigen oder windigen Tagen.
Für wen lohnt sich das besonders?
Für Haushalte mit flexiblen Großverbrauchern wie Wärmepumpe, Wallbox oder Batteriespeicher.
Gibt es Risiken?
Ja: Steigen die Börsenpreise stark an, kann Strom zeitweise deutlich teurer werden.
Wie erfahre ich die aktuellen Preise?
Künftig über die TWS-Webseite und die Mein Schussental-App.
Mehr Infos auf tws.de
Auf der TWS-Website erhältst du alle Informationen zu unseren dynamischen Stromtarifen: tws.de/dynamischer-tarif
Interessierte Kund:innen können sich direkt bei der TWS melden: per E-Mail an markt@tws.de
